Gedichte

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Gedichte  

 

Wie soll man dem Tod begegnen,
wenn er vor der Türe steht?
Soll man hoffen, soll man beten,
flehen, daß er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen -
denkt man und vergißt dabei,
daß nur der Tod kann es verstehen,
wenn einer sagt: Ich bin soweit.
Ist es auch schwer, ihn geh'n zu lassen,
den Menschen, der so nah uns stand,
wollen wir uns doch in Schweigen fassen:
Gott nahm ihn still an seine Hand.

Unbekannt

 

 

SONNENBLUMEN

Sonnenblumen, leuchtend gelb,

spiegeln auf Erden

hundertfach, tausendfach

das Antlitz der Sonne wider.

Der Sonne,

die strahlend vom Himmel lacht,

sich wiederfindet


in dieser Blütenpracht.

Wie die Blumen sich wiegen,

sich neigen und drehn,

und immer der Sonne entgegen sehn.

Blume an Blume ,ein ganzes Heer,

wogt saft im Wind -ein goldenes Meer!

Eine Augenweide voll Lebenskraft und Lebensfreude!



Welch sommersüße Wonne -jede Blüte

eine kleine Sonne!



I. H. 2009

 

 

Augenblick der Klarheit

Kennst du das Gefühl,
der Antriebslosigkeit?
Kennst du den Geruch,
von tiefer Traurigkeit?
Kennst du die Anzeichen,
der inneren Leblosigkeit?
Kennst du den Moment,
wo dir deine innere Uhr nimmt die Zeit?
Kennst du diesen Augenblick,
in dem dein Hirn dir Klarheit verleiht?

Es ist das schreckliche Gefühl,
das dir stielt all deine Lust!
Es ist der leere Geruch,
der ausstrahlt deinen großen Frust!
Es ist das extreme Zeichen,
wenn dein Körper Liebe vermisst!
Es ist der rennende Moment,
der sagt, dass du dich beeilen musst!
Es ist der einsame Augenblick,
der dir sagt, dass du ganz alleine bist!


Geschrieben von deadkiss

 

Wenn die Sonne hinter den Bergen niedergeht,
Wenn die Sonne hinter den Bergen niedergeht,
Und der Mond sich aus der Dämmerung erhebt,
Dann beginnt die Stille der Nacht,
in der sich ein Stern auf die Reise macht.

Er zeigt dir den Weg,
wenn du verloren scheinst
und spendet dir Trost, wenn du meinst
das alles, was du je versucht,
vom Teufel persönlich sei verflucht!

Sei mutig, sei stark und denke daran,
niemand auf dieser Erde kommt an dich ran.

Denn dieser Stern, der da vom Himmel funkelt,
wird dir immer helfen, wenn die Nacht beginnt
und die Sonne sich verdunkelt.


Autor: Sandra Thurau
am: 02.09.2007

Warum denn währt des Lebens Glück Nur einen Augenblick?

Die zarteste der Freuden Stirbt wie der Schmetterling,

Der hangend an der Blume, Verging, verging. Wir ahnen,

wir genießen kaum Des Lebens kurzen Traum.

Nur im unselgen Leiden Wird unser Herzeleid

In einer bangen Stunde Zur Ewigkeit.


Johann Gottfried

 

Rosenrot.


Gewendet ist die Not!
O seht, her geht
der Hirt, der wird
die Herde weiden unverirrt
im neuen Morgenrot

Ostermorgen schwang die Lerche
sich auf aus irdischem Gebiet
und, schwebend überm stillen Pferche
der Hirten, sang sie dieses Lied:
Erwacht! Die Nacht entflieht.
Das Licht zerbricht
die Macht der Nacht;
erwacht ihr Lämmer all, erwacht,
auf feuchtem Rasen kniet!

Es ward von einem Osterlamme
getan für alle Welt genug,
das blutend an dem Kreuzesstamme
die Schuld der ganzen Herde trug.
Des Sieges Stunde schlug!
Das Grab, es gab
den Raub vom Staub
zurück; nun weidet grünes Laub,
ihr Lämmer fromm und klug!

Sehnsucht


Sterne und Blumen
Blicke Atem
Töne!
Durch die Räume ziehen
ein Ton der Liebe.

Sehnsucht!
Mit verwandten Tönen
sich vermählen,
glühen,
nie verhallen
und die Blumen
und die Sterne lieben.
Gegenliebe!
Sehnsucht!


Adalbert von Chamisso (1781-1838)

Frischer Hügel:

Schmerz und Trauer
heiße Tränen,
herbes Leid;
ebene Erde
leises Sehnen
Weh' entschwunden
durch die Zeit.

Gedanken wandern
zu den Toten
die in kühler
Erde ruh'n
die in Erinnerung
weiterleben
durch ihr Wirken
und ihr Tun.


Es bleibt ein jeder
unvergessen
solange seiner
wird gedacht;
die Zeit, sie wird
von Gott bemessen
zu der selbst man
auf den Weg sich macht.


Autor: Josef Albert Stöckl,

 

 

Das kunterbunte Leben

Sonne gibt dir das Leben zurück,
lässt deine müden Geister wieder jubilieren.
Wind gibt dir Sehnsucht und Fernweh,
lass dich einfach fallen und fliege mit ihm davon.

Regen zeigt dir, wie Tränen fließen können
und manchmal sollte man einfach weinen.
Es kann helfen und keiner sollte sich seiner Tränen je schämen.
Der, der zu einem sagt, hör auf zu weinen,
der hat keine Ahnung und bereut vielleicht,
dass er nicht weinen kann.

Lachen bringt Freude in dein Herz
und wirkt ansteckend auf Andere, probier es aus.
Freunde, wie traurig für den der keine hat.
Sie sind die besten Kritiker für dich,
an ihnen kannst du dich festhalten
und sie helfen dir in allen Lebenslagen.

Lieben solltest du immer,
auch wenn sie dir manchmal Schmerzen bereitet.
Vergiss die Liebe nie,
du würdest sonst etwas wertvolles verlieren.
Jeder kann sie finden oder hat sie schon gefunden,
bloß merkt er es nicht.

Wut und Ärger können dich erwürgen,
sprich sie aus oder schreib sie nieder,
aber auf keinen Fall solltest du sie verstecken.
Sie fressen dich von innen auf.

Träume können dich befreien
oder auch ins Abseits stellen, aber egal was passiert,
ob du sie dir erfüllen kannst oder nicht,
hör nie auf zu träumen.

Schmerzen gehören zum Leben.
Es gibt sie in verschiedenen Varianten.
Sie zeigen dir, dass du noch lebst.

Tod ist endgültig oder nicht?
Diese Frage kann ich nicht beantworten,
aber ich weiß, das Leben ist bunt
und wer weiß schon genau was nach dem Tod passiert.

Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.
Du als Hund und ich als Katze.
Jeder auf seine Art stark
auch wenn du dich im Moment schwach fühlst.
Irgendwas bringt dich immer wieder nach oben,
du musst bloß genau hinhören, dich nicht abwenden,
sondern das Leben zulassen.

Flowrin

  

Wolken - Gedichte  

Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehn,
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unendlicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,

ihr ewigen Gedanken des Himmels.

Und eure Größe und Freiheit

erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch

überm Abgrund Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn´ Maßen
den Samen der Sterne

fliegen sah
über die Acker
der unergründlichen Tiefen.

C. Morgenstern

 

Der Seelenvogel

 


Ganz tief in uns ist die Seele.
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiß, dass es sie gibt.
Und noch nie,
noch kein einziges Mal,
wurde ein Mensch ohne Seele geboren.

Denn die Seele schlüpft in uns,
wenn wir geboren werden,
und sie verlässt uns nie,
keine Sekunde,
solange wir leben.
So, wie wir auch nicht aufhören zu atmen,
von unserer Geburt bis zu unserem Tod.

Manche Leute hören den Seelenvogel oft,
machen hören ihn selten.
Und manche hören ihn
nur einmal in ihrem Leben.
Deshalb ist es gut, wenn wir
auf den Seelenvogel horchen,
der tief, tief in uns ist.

Vielleicht spät abends,
wenn alles still ist.

Ich höre ihn oft


Verfasser unbekannt

 

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde. levrai.de
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern

 

10.11.2015 23:38:48      56365

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